Ständeräte wollen Schutzgesetz für Informanten

NZZ, 30.10.2019 – Die Rechtskommission des Ständerats will das Gesetzesprojekt zum Schutz von Hinweisgebern in Unternehmen wiederbeleben. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen dem Arbeitgeberverband und der Anti-Korruptions-Organisation Transparency Schweiz. Trotz Einwänden ist für Transparency Schweiz diese Vorlage besser als ein «Totalabsturz»: Die Vorlage bringe mehr Rechtssicherheit und Orientierung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber; sie verankere den Grundsatz, dass die Treuepflicht der Arbeitnehmer nicht absolut sei, sie anerkenne im Grundsatz die Zulässigkeit von Meldungen an eine externe Stelle unter Bedingungen; und falls sich die Regeln als ungenügend herausstellten, seien künftig Verbesserungen aufgrund der Praxiserfahrungen möglich.

Welche Firmen sponsern die Schweizer Parteien?

SRF, 10 vor 10, 8.10.2019 – Unternehmen versorgen Parteien und Politiker regelmässig mit Geld – doch weder die Höhe noch die Empfänger dieser Spenden müssen in der Schweiz offen gelegt werden. Etwas Licht ins Dunkel bringt eine neue Umfrage der RTS unter den 140 grössten Schweizer Firmen: Grösste Geldgeber sind demnach Versicherungen und Banken, insgesamt betragen die angegeben Summen über CHF5 Millionen. Geld hat Einfluss und kann zu Abhängigkeiten führen, sagt Martin Hilti, Direktor von Transparency International Schweiz, und hält fest, dass der Bevölkerung wichtige Informationen fehlen, wenn sie diese Angaben nicht kennt.

Swiss firms give over CHF5 million a year to parties and candidates

Swissinfo, 8.10.2019 – The poll of 140 companies by Swiss public radio RTS found that one in five firms donate regularly to political parties or politicians, to the tune of CHF5 million annually. And this is probably just the tip of the iceberg, since out of the 30 firms that admitted to making donations, one-third refused to reveal the amounts. In fact, Switzerland remains the only country among the 47 members of the Council of Europe without a law governing political party financing. While the last report by the Council of Europe’s Group of States against Corruption (Greco) considers Switzerland’s efforts concerning transparency in party financing to be heading in the right direction, Transparency International Switzerland says there is still plenty of work to be done.

Dubiose Transfers aus dem Seco bleiben ungesühnt

Der Bund / Tages Anzeiger, 1.10.2019 – Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Ex-Ressortleiter im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Bereits im Frühjahr hatte die Bundesanwaltschaft diese Betroffenen vier weiterer Involvierte der Seco-Korruptionsaffäre per Strafbefehl verurteilt. Drei kamen mit bedingten Geldstrafen und Bussen, einer mit einer bedingten Gefängnisstrafe von sechs Monaten davon. Die Strafen seien «auffallend mild» und wirkten «irritierend», sagte Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, zu Radio SRF.

Des lobbyistes moins bienvenus à Berne?

Agefi, 30.9.2019 – Une initiative réglant davantage l’accès aux groupes de pression au Parlement a été acceptée par les sénateurs. Toutefois, pour le directeur de Transparency International Suisse Martin Hilti,  le projet est loin d’être suffisant: «Il continue de s’accrocher au système de badges de parrainage, totalement arbitraire et non transparent. Nous avons besoin d’une accréditation basée sur des critères objectifs, garantissant un accès équitable au Parlement.»