Wie Schweizer Politiker richtig Geld verdienen

NZZ am Sonntag, 12. Januar 2020 – Honorare, Mandate, Lobbying – wie unabhängig agieren die Parlamentarier in Bundesbern? Seit Dezember müssen die National- und Ständeräte nicht mehr nur die Mandate angeben, die sie nebenbei in Firmen, Verbänden oder Stiftungen ausüben. Auszuweisen ist neu auch, ob sie dort gegen Bezahlung wirken oder ehrenamtlich. Dabei zeigt sich, dass gut drei Viertel der Nationalräte zusätzliches Geld aus mindestens einer Nebentätigkeit erhalten. Im Ständerat sind es noch mehr, nämlich gut 80 Prozent. Gemäss Transparency Schweiz entstehen dadurch Abhängigkeiten und Interessenkonflikte, erst recht, wenn es um fünf- bis sechsstellige Entschädigungen geht.

Die Macht der Kassen schwindet

Tagesanzeiger, 10. Januar 2020 – In der notorisch verfilzten Gesundheitskommission sitzen neu deutlich weniger Lobbyisten. Richtet sich die Politik neu weniger nach den Interessen von finanzkräftigen Lobbys? Bei Transparency Schweiz warnt man vor voreiligen Schlüssen. Typischerweise würden den Politikern die Mandate erst angeboten, wenn sie die Wahl ins Parlament geschafft und in einer Fachkommission einen Sitz ergattert hätten, sagt Geschäftsführer Martin Hilti.

Er nimmt es mit der Krankenkassen-Lobby auf

Der Bund / Tagesanzeiger, 9. Januar 2020 – Der Walliser Ständerat Beat Rieder will Lobbypolitiker aus parlamentarischen Kommissionen ausschliessen. Das wäre ein Umsturz. 2019 zählte Transparency Schweiz bei den 38 Politikern in den Sozial- und Gesundheitskommissionen noch über 90 relevante Interessenbindungen. Nun hat sich diese Zahl etwa halbiert, wie eine Analyse der Mandate zeigt. „Es wird spannend sein zu beobachten, ob die neuen Parlamentarier, die noch relativ unabhängig sind, nicht doch auch den Verlockungen der Lobbys erliegen“, so Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency Schweiz.

Ständerat befasst sich mit Transparenzinitiative

SRF, Tagesschau, 15. Dezember 2019 – Als einzigem Land in Europa gibt es in der Schweiz auf nationaler Ebene noch immer gänzlich keine Bestimmungen zur Offenlegung der Politikfinanzierung. Die Transparenzinitiative will Licht in dieses Dunkel bringen und Offenlegungspflichten festlegen. Mit dem Thema befasst sich nun der Ständerat. Auch diskutiert wird ein indirekter Gegenvorschlag zur Initiative, der weniger restriktiv, aber laut Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, unzureichend ist: zu hohe Schwellenwerte und fehlende Regeln für griffige Kontrollen würden dazu führen, dass die Bestimmungen des Gegenvorschlags in der Praxis praktisch wirkungslos blieben.

Welt-Anti-Korruptionstag: Schweiz tut zu wenig gegen Korruption

Radio 1, 9. Dezember 2019 – Auch in der Schweiz bleibt Korruption ein grosses Problem – Daran erinnert anlässlich des UNO-Welt-Anti-Korruptionstages Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, und erläutert, wo die Schweiz in Sachen Korruptionsbekämpfung Nachholbedarf hat. Unter anderem kritisiert er die noch immer mangelnde Sensibilität für das Thema, den ungenügenden Schutz von Whistleblowern und Whistleblowerinnen, die intransparente Parteienfinanzierung und die gesetzlichen Lücken im Anti-Geldwäschereigesetz (Beitrag ab Minute 5.50 der Sendung).

Welt-Anti-Korruptionstag: Schweiz macht kaum Fortschritte

Radio 24, 9. Dezember 2019 – Heute vor 60 Jahren wurde der erste bindende internationale Vertrag zur Korruptionsbekämpfung abgeschlossen. Die Bilanz könnte nach diesen 60 Jahren jedoch besser sein: Korruption gibt es in der Schweiz in verschiedenen Formen. Sie findet meist im Verborgenen statt und bleibt oft unentdeckt. In Sachen Geldwäscherei etwa bliebe die Schweiz ein Hotspot, sagt Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz. Weitere Probleme sieht er in der ungenügenden Regelung des Lobbyings im Bundeshaus und der intransparenten Parteienfinanzierung. Es bestehe weiterhin viel zu viel Raum für ungebührliche Einflussnahme und Machtmissbrauch.

Politikvertrauen auf Tiefstand

Radio Argovia / Radio 24, 5.12.2019 – Gemäss der neusten «Sorgenbarometer»-Erhebung ist das Vertrauen in die Politik massiv gesunken. Für Alex Biscaro, stellvertretender Geschäftsführer von TI Schweiz, ist damit etwas eingetroffen, wovor TI Schweiz seit Jahren warnt: In der Schweiz mangelt es in zu vielen Politikbereichen an Transparenz – z.B. bei der Politikfinanzierung oder dem Lobbying. Dies schadet der Glaubwürdigkeit der Behörden und Politiker und schwächt das Bürgervertrauen.

Eine erste Kostprobe des neuen Parlaments: Lobbying soll transparenter werden

Luzerner Zeitung, 2.12.2019 – Gleich beim ersten Sachgeschäft der neuen Legislatur leitete die grosse Kammer mit dem Eintritt auf die Transparenz-Vorlage einen Richtungswechsel ein. Konkret verlangt die parlamentarische Initiative, dass offengelegt werden muss, welche Personen das Parlamentsgebäude betreten und für wen diese arbeiten. Grund zu vorsichtigem Optimismus für die Antikorruptionsorganisation Transparency International, die darin einen «kleinen ersten Schritt in die richtige Richtung» sieht. Das System mit Dauerausweisen sei aber intransparent und willkürlich und es brauche eine «chancengleiche Lobbyisten-Akkreditierung nach objektiven Kriterien, mit klaren Verhaltensregeln und einem öffentlichen Register».

Einladung mit Korruptionsrisiko

Beobachter, 26.11.2019 – Die Swiss Football League und die Young Boys laden Parlamentarier für das Europa-League-Spiel gegen Porto in die VIP-Lounge ein – ein exklusives Angebot im Wert von fast 500 CHF. Alex Biscaro, stellvertretender Geschäftsführer der Antikorruptionsorganisation Transparency International Schweiz, hält das für sehr problematisch.

Ein wenig Licht ins Dunkel der parlamentarischen Gruppen

SRF News, 19.11.2019 – Nach dem neuen Transparenzleitfaden des Bundes müssen parlamentarische Gruppen ihre Mitglieder nun offenlegen. Für die Organisation Transparency International Schweiz sind die neuen Regeln zwar ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, gehen aber zu wenig weit. Für den Geschäftsführer Martin Hilti fehlen auch weiterhin wichtige Angaben zu diesen parlamentarischen Gruppen, insbesondere zu den Finanzierungsquellen und zum Budget. Zudem sei der neue Verhaltenskodex für Parlamentsmitglieder grundsätzlich nicht verbindlich genug, kritisiert Hilti. So fehlten etwa Sanktionen. Falls eine der parlamentarischen Gruppen ihre Mitglieder nicht vollständig offenlege, habe das keine Folgen.